ePTFE. Hierbei handelt es sich um eine willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben denken Sie? Nein! Die Abkürzung steht für expandiertes Polytetrafluorethylen. Sagt ihnen das immer noch nichts? Dann wird es ihnen wohl eher bekannt sein als Hauptbestandteil von Gore-Tex, der genialen Membran, die in vielen Produkten im Bereich Outdoor-Bekleidung und Arbeitsschutz vorkommt. Begonnen hat alles mit PTFE, das Bill Gore in seiner Firma zur Isolierung von Computer-Kabeln nutzte. Als 1963 sein Sohn Bob in die Weiterentwicklung von PTFE mit einstieg, entdeckte dieser etwas durch einen Zufall. Bei einer schnellen Streckung des Materials wurde es auf das 10-fache der ursprünglichen Größe verlängert und bestand daraufhin aus 70% Luft. Das expandierte Material konnte jetzt mit anderen Materialien kombiniert werden, welche natürlich die besonderen Eigenschaften nicht beeinflussen. Diese schauen wir uns jetzt mal genauer an.
Was kann die Membran alles?
Das PTFE wurde bei der Streckung gedehnt aber nicht zerstört, was zur Folge hatte dass es nicht nur stabil blieb, sondern gleichzeitig auch sehr porös war. Die daraus entstandenen Poren sind 700 mal größer als Wasserdampfmoleküle und können diese somit nach außen lassen. Dadurch wird die Membran atmungsaktiv und verhindert einen Hitze-Stau bei körperlich anstrengenden Aktivitäten. Zudem sind die Poren 20.000 mal kleiner als ein Wassertropfen, wodurch Wasser nicht eindringen kann.


Daher hält die Gore-Tex Membran hohen Wasserdrücken, wie beispielsweise starken Regen, auch über längere Zeiträume stand und schützt vor dem Wärmeverlust durch nasse Kleidung. Neben diesen zwei Eigenschaften steht natürlich eine weitere besonders im Fokus: die Winddichtheit. Durch die Beschaffenheit des mikro-porösen Materials, das einer Verästelung ähnelt, wird der Wind abgefangen und macht es winddicht. Alle von Gore-Tex zertifizierten Produkte entsprechen den Standards, die vorschreiben, dass maximal 5l Luftvolumen pro Sekunde einen Quadratmeter Stoff durchdringen dürfen, oder weisen sogar bessere Werte auf.
Alltagstauglich als Laminat

Damit die Membran erfolgreich in einem Endprodukt verwendet werden kann, wird sie mit einem passenden Innenmaterial sowie einer resistenten Oberschicht fest verbunden. Diese Kombination wird als Gore-Tex Laminat bezeichnet. Diese Laminate gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, zum Beispiel als 2- oder 3-Lagen-Konstruktion oder als Z-Liner-Konstruktion. Bei dem 3-Lagen-Laminat wird die Membran direkt mit dem robusten Obermaterial und dem komfortablen Innenfutter verklebt und wird dadurch von beiden Seiten geschützt.
Dadurch das keine Bewegung zwischen den Lagen entsteht, ist es sehr langlebig. Im Gegensatz dazu ist bei der zweilagigen Variante die innere Schicht lose angebracht. Der Vorteil ist der höhere Tragekomfort und die Kombinierbarkeit mit weiteren Isolierungen. Bei der Z-Liner-Variante wird die Gore-Tex Membran nur lose rein gehängt, wodurch es weniger versiegelte Nähte gibt und optisch mehr Gestaltungsmöglichkeiten entstehen.
Fertig für die Anwendung!
Gore-Tex ist in vielen verschiedenen Kleidungsstücken zu finden. Von Schuhen über Hosen, Regenjacken und Winterjacken, bis hin zu Handschuhen kann man die Membran überall finden. Eine sehr hochwertige Jacke ist die Regenjacke „4864 GXP“ von FRISTADS. Die Regenjacke bzw. Winterjacke ist aus einem geschmeidigen Polyester-Obermaterial. Dieses ist mit der GORE-TEX®-Membrane laminiert. Das Ergebnis: eine herausragende Atmungsaktivät bei einer hohen Wassersäule von ca. 10.000 mm. In Verbindung mit den versiegelten Nähten ist die Jacke mit der höchsten Nässeschutzklasse 4/4 der EN 343 ausgezeichnet. Weitere Besonderheiten sind der moderne, leicht taillierte Schnitt, die Kapuze mit Kordelzügen, die Reflexstreifen an den Schultern und der verlängerte Rücken.

Wer eine Winterjacke mit besonderer Sichtbarkeit nach Warnschutzklasse 3 der EN ISO 20471 sucht, für den ist der Winterparka „4989 GXB“ von FRISTADS® ideal. Denn das Obermaterial ist mit einer 2-lagigen GORE-TEX®-Membrane ausgestattet. Das macht die Jacke super wind- und wasserdicht.
Eine zudem sehr beliebte Warnschutz Jacke ist der Warnschutz Winterparka „ALNA 2.0“ von Helly Hansen®. Im Inneren ist die Winterjacke mit der innovativen Primaloft® Black Eco-Isolierung gefüttert, welches aus ca. 60% recyceltem Polyester gefertigt ist.

Funktionalität auch im Schuhwerk

Man findet die Gore-Tex Membran in allen möglichen Arten von Schuhen. In Sicherheitsschuhen, wie Schnittschutzschuhen oder Hochschuhen, in Trekkingschuhen oder aber auch in Sportschuhen. Da die Membran bei den Schuhen zwischen zwei Schichten eingearbeitet ist, wird sie vor äußeren Einflüssen geschützt und kann ihren Dienst vollbringen.
Sucht man einen Schuh für Trekkingausflüge oder einfach einen soliden Schuh für die Freizeit, dann ist der Freizeithochschuh O2 „XVENTURE GTX wood“ von HAIX eine solide Wahl. Das Obermaterial aus hydrophobiertem Nubukleder. Dieses ist besonders atmungsaktiv. Im Inneren ist der Hochschuh mit dem hochwertigen, wasserdichten sowie atmungsaktiven GORE-TEX® Extended ausgestattet. Das besondere Climate System nutzt zudem die Pumpbewegungen, die beim Gehen entstehen. Damit wird die Feuchtigkeit nach außen transportiert.
Gore-Tex, das ideale Material für Arbeitskleidung
Generell ist zu sagen, dass die Gore-Tex Membran nur funktioniert, wenn die Umgebungstemperatur deutlich kälter ist als in der Kleidung. Das heißt, es muss ein sogenanntes Dampfdruckgefälle herrschen. Gerade beim Einsatz von Gore-Tex als Arbeitskleidung ist dies gegeben. Wer hart arbeitet, der produziert Wärme, die in Form von Wasserdampf abgeführt werden muss. Zudem sollte man darauf achten, dass die Unterbekleidung die Funktion der Membran nicht beeinträchtigt. So bringt es beispielsweise nichts, Kleidung aus Baumwolle darunter zu ziehen, da diese die Eigenschaften nicht unterstützt. Besser geeignet ist daher eine Funktionsunterwäsche, welche gerade auch für sportliche Aktivitäten sehr geeignet ist.




Sehr informativer Beitrag, vielen Dank